Zwerg-Brakel

 

Zuchtidee

Ein ideales Zwerghuhn, das die Vorzüge der Großrasse besitzt und auch bei beschränkten Platzverhältnissen gehalten werden kann. Bei gutem, feinfaserigem Fleisch ist es als fleißiges, frühreifes Legehuhn und als Nichtbrüter bekannt. Die Eier sind kunstbrutfest.

Was ist zu fordern?

Ein derbes Zwerghuhn in Landhuhnform mit ziemlich hoch getragenem Schwanz: Lebhaftigkeit und Zutraulichkeit, gute Futtersuche im Freiauslauf.

Was ist abzulehnen?

Alles, was der Grundidee nicht entspricht: schmächtiger oder kleiner Körper zu großer Körper (Zwerg-Brakel sind keine zu klein geratenen Formen der Großrasse): Eichhornschwanz oder zu flach getragener Schwanz. blasses Gesicht. rote oder gelbe Ohrscheiben, gelber Hals- oder Sattelbehang bei den Hähnen: Tupfen- oder Hufeisenzeichnung, verschwommene oder graue Zeichnung bei beider Geschlechtern.

Geschichtliches

Nach der allgemeinen Verbreitung des deutschen Brakelhuhnes nach 1900 fehlte es nicht an Versuchen, die farblich gut ansprechenden, schönen Tiere auch in Zwergform zu erzüchten. Allen damaligen Versuchen blieb die Anerkennung als neue Zwergrasse jedoch versagt. Die Neuzüchtung der heutigen deutschen Zwerg-Brakel, silber, ist ein Verdienst des Brakel-Züchters Friedrich G. Werthmann (Arnsberg i. W.). Nach jahrelangen Zuchtbemühungen seit dem Jahre 1950 zeigte er bei den maßgeblichen Schauen Zwerg-Brakel. Nach der Deutschen Junggeflügelschau 1956 in Hannover wurde die Rasse im Jahre 1957 vom Zuchtausschuß anerkannt und deren Musterbeschreibung festgelegt.

Form und Kennzeichen

 

Hahn

Gewicht:             800 bis 900 g.

 Kopf:             Mittelgroß, breit im Scheitel.

Schnabel:             Kurz, kräftig, blau, mit hornfarbiger Spitze versehen.

Augen:            Dunkelbraun, Augenlider dunkel.

Kamm:              Einfach, aufrecht stehend, mittelgroß, mit 5-6 Zacken; Kammfahne ein wenig dem Nacken folgend. Gr. F.: Runde, nicht gleichmäßig geschnittene Zacken.

Ohrscheiben:             Mittelgroß, bläulichweiß. Gr. F.: Rötliche oder gelbe Ohrscheiben.

Kehllappen:            Mittelgroß, gut gerundet, der Kopfgröße angepaßt.

Gesicht:             Rot.

Hals:             Mittellang, mit vollem Behang.

Brust:           Breit voll und gut gerundet.

Rumpf:          Bildet ein Rechteck mit abgerundeten Ecken. Gr. F.:. Zu schmaler Körper.

Bauch:               Voll entwickelt.

Rücken:             Leicht abfallend, breit in den Schultern, voller Sattel.

Flügel:          Fest anliegend, nicht über den Körper hinausragend. Gr. F.: Hängeflügel.

Schwanz:             Lang, mit üppigen, breiten Sichelfedern ausgestattet, ziemlich hoch, jedoch nicht steil getragen. Gr. F.: Zu steil oder schwach getragener Schwanz.

Schenkel:             Kräftig, nicht zu stark hervortretend.

Läufe:             Mittellang, feinknochig, schieferblau mit hornfarbigen Zehennägeln.

Gefieder:             Fest anliegend.

 

Henne

Gewicht:            700 bis 800 g.

            Bruteier-Mindestgewicht: 35 g.

            Schalenfarbe: Weiß.

            Bruttrieb: Selten.

 

Die Form der Henne entspricht bis auf die Geschlechtsmerkmale der des Hahnes. Sie trägt einen Stehkamm. Der hintere Teil des Kammes ist zur Seite geneigt. Die Ohrscheiben sind gleichfalls mittelgroß und bläulichweiß, der Rücken wird etwas waagerechter getragen als beim Hahn; Polster sind verpönt. Sie hat einen vollen, weichen, gut ausgebildeten Legebauch, einen schön und ebenmäßig geformten Rumpf und einen breit getragenen, nicht fächernden Schwanz.

 

Ringgröße:              Hahn 13, Henne 11.

 

Farbe und Zeichnung

 

Silber

 H a h n: Kopf und Halsbehang reinweiß ohne jede Zeichnung. aber jede Feder am Grund schwärzlich. Rücken weiß, Sattelbehang weiß, jedoch obere verdeckte Federhälften gezeichnet. Auf Brust, Seiten und Bauch Grundfarbe schwarz mit weißer Querbänderung. Die weiße Querbänderung ist in der Oberbrust am breitesten. wodurch die Grundfarbe nur an der Federspitze durch ein tiefschwarzes Band hervortritt. Nach unten und hinten nimmt die weiße Querbänderung an Breite ab, und die schwarzen Bänder nehmen an Breite und farblicher Sattheit zu. Flügeldeckfedern quergebändert mit kräftigem Glanz in den schwarzen Bändern, Arm- und Handschwingen in den Außenfahnen gebändert. Innenfahnen schwarz, Steuerfedern schwarz, etwas Zeichnung gilt nicht als Fehler. Hauptsicheln schwarz, am Rand weißgebändert, jedoch gelten durchgezeichnete Hauptsicheln nicht als Fehler. Nebensicheln mit durchgehender Querbänderung erwünscht.

 

H e n n e: Kopf und Hals silberweiß, bei intensiver, hochreichender Brustzeichnung sind leichte, schwarze Spritzer im unteren Halsbehang zulässig. Das übrige Gefieder intensiv schwarz mit weißer Querbänderung, wobei die schwarzen Bänder wesentlich breiter sind als die weißen. Möglichst klare Zeichnung auf Flügeldecken, Bürzel und Außenfahnen der Armschwingen. Die Bänderung in den Steuerfedern verliert sich nach dem Grunde hin.

 

Gold

Grundfarbe schwarz, Zeichnungsanlage wie bei Silber. Zeichnungsfarbe jedoch goldbraun anstatt silberweiß.

Gr. F.: Tupfenzeichnung in der Brust bei Junghähnen und Hennen jeden Alters, fehlende Brustzeichnung, verschwommene Querbänderung, Hufeisenzeichnung bei Hennen, stark gezeichneter Halsbehang bei Junghennen. zu stark,gelber Anflug bei Silberhähnen, Zu helle, zu dunkle oder stark ungleichmäßige Zeichnungsfarbe bei Gold.

 

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